Abflug

Unser letzter Tag in Vietnam ist angebrochen. Anne hat immer noch Fieber, hat aber auch immer noch keine Lust zu essen oder zu trinken, obwohl sie mit Leckerbissen verwöhnt wird.

Nach unserem Auschecken aus dem Hotel verbringen wir den Rest des Tages bei Linhs Eltern. Anne macht sich in Linhs Bett breit.

Wir überlegen, dass es mit der fiebernden Anne sicherlich eine Qual sein wird, 6 Stunden mit der Bahn nach Hause zu fahren und beschließen, mit meinen Eltern nach Waldbröl zu fahren, was eine Stunde Bahn- und eine gute halbe Stunde Autofahrt heißt. Also müssen wir die Koffer wieder umpacken. Überraschenderweise haben wir mehr Platz in den Koffern als auf der Hinfahrt, so dass wir noch einiges an Sachen von Karoline, Matthias und Linh einpacken, die erst morgen fliegen werden und viel zu viel Gepäck haben.

Abends fahren wir zum Flughafen. Unser Flug wird durch die Nacht gehen. Dank Linhs Papa geht das Einchecken sehr schnell, wir bekommen unsere eigene Schlange und müssen nicht anstehen.

Danach heißt es Warten.

Anne verschläft den ganzen Trubel.

Selbst als wir durch die Sicherheitsschleuse müssen, wacht sie nicht auf. Die Wachleute lassen sie schlafen, aber der Kinderwagen wird durchsucht. Anne bekommt das allerdings nicht mit.

Während wir auf den Abflug warten schläft Samuel ein und wacht erst nach gut 2/3 des Fluges wieder auf. Anne wacht leider immer wieder auf und weint. Um ihr die Schmerzen, die sie vermutlich hat, zu nehmen gebe ich ihr Ibuprofen.

Als wir in Frankfurt ankommen wird Anne langsam wieder munterer, isst mit Appetit eine Laugenbrezel. Die Zugfahrt ist kurz und dank des Tips einer netten jungen Dame auch kurzweilig. Es gibt nämlich im ICE Abteile für Familien mit Kindern, aus denen Passagiere aussteigen müssen, wenn man mit Kindern da reinkommt. Wir mussten glücklicherweise keine Fahrgäste vertreiben, trotzdem wir hatten gute Sitzplätze.

In Waldbröl angekommen ist Annes Fieber vergessen. Ihr Appetit wird von Mahlzeit zu Mahlzeit wieder größer, und sie trinkt von sich aus worauf sie gerade Lust hat. Also gibt es keinen Grund mehr, sich Sorgen zu machen.

Alles in allem war das wirklich ein toller Urlaub. Es ist schon etwas Besonderes, an einer Familienfeier im Ausland teilzunehmen. Ein Urlaub in einem so fremden Land an sich ist hochinteressant, und wir hatten ja noch einen extratiefen Einblick in die Kultur und das Leben dort.
Natürlich war nicht alles eitel Sonnenschein. Wir haben auch viele Dinge gesehen, die weniger schön waren, wie die Nepper, die an jedem Touristenziel rumlungern, wie die Männer, die den ganzen Tag im Straßencafe Tee trinken und ihre Frauen arbeiten lassen, wie die Tatsache, dass Handarbeit, also die Arbeit, die mit den Händen verrichtet wird, nicht viel zählt, wie die Ausbeutung des Buddhismus als Geldesel.
Aber Vietnam ist ein tolles Land voller sehr netter Menschen, das mit einer tollen Landschaft gesegnet ist. Alles ist dort so ganz anders als hier, angefangen beim Klima bis hin zu Kultur, von Kleinigkeiten wie Gerüchen bis hin zur Architektur, dass es eine Reise mehr als wert ist. Unser Urlaub war eine tolle Erfahrung, auch die Kinder haben viel mitgenommen. Anne wird Monate später immer noch fragen, wann wir wieder nach Vietnam fliegen, und Samuel wird spontan eine Pomelo "Buoi" nennen, obwohl er in Vietnam immer nur "Xin chao, chuoi!" (übersetzt: Hallo, Banane!) gesagt hat.
Den Urlaub in einem Resort kann man sich sicher sparen, wenn man Land und Leute kennenlernen will. Und beide sind es definitiv wert, sich darauf einzulassen.

  03.11.13 20:41:23, von Chrissi   , 598 Wörter, Kategorien: Lars, Christiane, Anne, Besuch, Ausflug, Samuel ,

Zitadelle Thang Long

Schreck in der Morgenstunde: Anne hat Fieber und hustet. Eigentlich haben wir es kommen sehen, sie hatte die letzten Tage kaum Lust zu Essen und war nur mit Mühe zum Trinken zu überreden. Dass sich der Körper dann irgendwann beklagt war klar.

Also bleibe ich mit Anne im Hotel, während sich der Rest unserer Gruppe die Zitadelle anschaut.

Sie teilen sich das Gelände mit hunderten von Studienabsolventen, die die Zitadelle als Kulisse für ihre Abschlussfotos nutzen.

Die ältesten Teile der Zitadelle sind gut tausend Jahre alt.

Aufgrund der klimatischen Verhältnisse wird die Algenbildung an Mauerwerk und Putz stark gefördert. Auch wenn man schwer aufpasst sehen die Mauern schnell schäbig aus.

Die Drachen sind Überreste des Kinh Thien-Tempels von 1467.

Seit 2001 finden hier Ausgrabungen statt. Diese werden in einer Ausstellung in der Zitadelle dokumentiert.

Außerdem befindet sich im Inneren der Zitadelle ein völkerkundliches Museum.

Anhand von alten Zeichnungen wird hier das traditionelle Leben gezeigt. Hier zum Beispiel Spiele zur Zerstreuung.

Hier werden Glaubenshandlungen dargestellt.

Dem Reishut ist ein eigener Bereich gewidmet.

Einfache Alltagsgegenstände sind ebenfalls zu besichtigen.

Auch auf die neuere Geschichte wird eingegangen. Hier wurde das Büro eines Kriegshelden nachgebaut.

Hinunter geht es in den Bunker.

Hier werden alte technische Geräte gezeigt.

Wieder oben an der frischen Luft.

Abends ist die "Jugend" zum Schlange essen gegangen. Eigentlich wäre ich gerne mitgegangen, aber Anne wollte sich lieber hinlegen, verständlicherweise. Aber ich bekomme morgen hoffentlich die Reste.

  02.11.13 19:55:13, von Chrissi   , 249 Wörter, Kategorien: Lars, Christiane, Anne, Besuch, Ausflug, Samuel ,

Überraschungsausflug

Den heutigen Ausflug haben Linhs Eltern organisiert. Wir wissen nicht, wohin es gehen soll und lassen uns gerne überraschen.

Unser erstes Ziel ist ein riesiger buddhistischer Tempel. Wir kommen im Besucherzentrum an.

Dort zahlen wir unseren Eintritt und steigen in kleine Elekrobusse um.

Die Fahrt bis zum Tempel dauert fünf Minuten.

Der Tempel ist wirklich riesig. An dem Turm wird noch gebaut und in der Ferne sieht man eine große Buddhastatue.

An Details wurde nicht gespart. Alles ist wirklich schön geschmückt.

Samuel hat von Anfang an keine Lust. Vielleicht ist ihm aber auch einfach zu warm-

Wir betreten den Tempel. Die Schwelle ist mit Absicht so hoch. Das ist bei Tempeln so üblich, damit man beim Eintreten automatisch den Kopf senken muss, um nicht zu stolpern. So vergisst man nicht, Ehrfurcht zu zeigen.

Drinnen erwarten uns Frauen, die uns Münzen, Fächer und Wasser verkaufen wollen und sich partout nicht abschütteln lassen, und ein sehr langer Laubengang, an dessen Seite steinerne Buddhastatuen stehen.

In den meisten der kleinen Nischen, die in die Wand eingelassen sind, stehen kleine goldene Buddhas.

Wir sind bei dem kleinen Turm angelangt.

Da ist ja schon jemand oben!

Im Turm hängt eine gigantische Glocke.

Wir werden mit einem grandiosen Ausblick belohnt.

Wir gehen weiter und erfahren, dass man sämtliche Buddhastatuen, die im Gang stehen, kaufen kann. Auch die kleinen Statuen werden gekauft, um das Seelenheil ein bisschen zu sichern. Und je näher man am Zentrum ist, desto teurer werden die Statuen.

Das nächste Gebäude des Tempels. Wir sind geflasht von dem ganzen Prunk und Protz.

Die Schildkröte ist das Symbol für Weisheit, der Kranich symbolisiert Unsterblichkeit.

Der Tempel ist zwar sehr prunkvoll, aber nicht besonders schön. Auch wenn die Anlage im Asiatischen Buch der Rekorde steht mit dem längsten Laubengang mit 500 Arhat-Statuen. Die Atmosphäre ist kalt, es riecht nicht nach Räucherstäbchen, es gibt nur Touristen und Frauen, die etwas verkaufen wollen, was wir nicht brauchen, Kinder die betteln und Fotografen, die uns gegen Geld fotografieren wollen.
Wir gehen noch ein Stückchen weiter, aber weil sich die Kulisse nicht ändert und es ziemlich schwül ist haben wir bald keine Lust mehr. Wir machen uns auf den Rückweg.

Am Eingang sitzen die Fotografen, die wegen der Nebensaison wenig Arbeit haben, spielen Karten und trinken.

Von Ferne sehen wir den Tempel nochmal.

Zum Mittagessen gibt es heute etwas Besonderes...

Damit wir von der Ziege keine Bauchprobleme bekommen gibt es "Bauchwehfrüchte", die aussehen wie Feigen aber schmecken wie Salamipizza (kein Witz!) und einen pelzigen Nachgeschmack haben. Aber sie haben geholfen, wir haben keinerlei Probleme bekommen.

Wir sehen uns den kleinen See auf der anderen Seite des Wegs an.

Papaya.

Wir steuern unser nächstes Ziel an. Auf einem Schild steht "Trang An", wir lassen uns wieder überraschen.

Auf uns warten Bootsruderinnen und unzählige Boote.

Wir steigen also in die Boote ein. Ein bisschen kennen wir das ja schon von der Halong-Bucht. Wir rechnen also mit einer Fahrt von ungefähr einer halben Stunde, einmal um den nächsten Berg und zurück.

Es geht also los. Was nun folgt übertrifft alle unsere Erwartungen. Gute zwei Stunden werden wir über den klaren See gerudert. Wir genießen die himmlische Ruhe und sind sprachlos angesichts der Schönheit der Natur. Ab und an fahren wir an einem Tempelchen oder einem Häuschen vorbei, ein paar Mal fahren wir durch Höhlen, teilweise so niedrig, dass wir unsere Köpfe zwischen die Knie nehmen müssen, teilweise hoch und geräumig. Andere Ausflügler sehen wir kaum, weil wir in der Nebensaison unterwegs sind. Im Frühling vor allem wimmelt es hier von Touristen. Aber wir können die Einsamkeit und Ruhe hier erleben, nur unterbrochen von dem leisen Plätschern vom Eintauchen der Ruder.

Wir haben sehr viel Mitleid mit den armen Frauen, die uns die ganzen zwei Stunden gerudert haben. Bei uns schweren Europäern war das sicher kein Vergnügen. Ein paar von den Frauen haben zwischendurch mit den Füßen gerudert, um die Arme ein bisschen auszuruhen. Aber keine hat gejammert, sie haben auch ein extra Trinkgeld bekommen.

Hier noch eine Pomelo, wie sie am Baum hängt. Mit lieben Grüßen an Conny. &#59;)

  01.11.13 14:45:40, von Chrissi   , 718 Wörter, Kategorien: Lars, Christiane, Anne, Besuch, Ausflug, Samuel ,

Shopping!

Damit wir nicht mit leeren Händen nach Hause fahren müssen machen wir heute einen Abstecher ins Seidendorf.

Halstücher, Krawatten, Kimonos, Blusen, Taschen, Schals... Wir sind ein bisschen überfordert von den ganzen Farben und der riesigen Auswahl, aber letzten Endes finden wir für jeden das richtige Mitbringsel.

Nachmittags wollen wir uns noch von Linhs Großeltern verabschieden, die in einer kleinen Wohnung in Hanoi wohnen. Dies ist der Blick in den Innenhof.

Wir quetschen uns alle in das größere Zimmer der Wohnung. Hinten links gibt es noch ein kleines zweites Zimmerchen, das kaum größer ist als das Bett, was darin steht.

Das hier ist die Küche. Daneben gibt es noch ein WC, in dem auch geduscht werden kann.

Zum Abendessen fahren wir heute durch halb Hanoi. Es gibt Pho, die Nationalsuppe. Die besteht aus Fleisch (wahlweise Schwein, Rind oder Geflügel), Reisnudeln, Kräutern und, nicht zu vergessen, Unmengen Knoblauch. Schmeckt sehr gut.

Ausnahmsweise sitzen wir drinnen und nicht auf dem Gehsteig.

Auf dem Heimweg kommen wir an einer Kirche vorbei.

Dem Fuhrpark nach zu urteilen sitzen sicherich viele Leute drin.

Der Gottesdienst ist tatsächlich besser besucht als so manche Kirche zu Hause.

Einer der Schutzheiligen.

  31.10.13 14:02:26, von Chrissi   , 203 Wörter, Kategorien: Lars, Christiane, Anne, Besuch, Ausflug, Samuel ,

Ha Long Bucht

Früh um 8 Uhr werden wir von einem Touristen-Bus abgeholt. Der sammelt noch ein paar andere kleine Gruppen in Hanoi ein, dann machen wir uns auf den freistündigen Weg zur Bucht des untertauchenden Drachen.

Wir fahren vorbei an vielen Reisfeldern und Dörfern.

Ab und an sehen wir Wasserbüffel, hier ist im Hintergrund ein Lotos-Feld.

So sieht ein vietnamesischer Friedhof aus.

Samuel fand die Fahrt aber eher langweilig.

An einem riesigen Laden, in dem man vietnamesische Handwerkskunst kaufen kann, haben wir Pause gemacht.

Am Hafen steigen wir in eines der Boote um. Früher waren die Boote dunkelbraun, aber weil es einige schlimme Unfälle gab mussten die Boote weiss gestrichen werden. Nun kann man marode Stellen an den Booten besser erkennen und die Boote sind in der Dunkelheit besser zu sehen.

Wir sitzen im Schiff und warten auf unser Mittagessen.

An einem schwimmenden Dorf legen wir an.

Es steht uns frei, eine kleine Bootstour zu machen. Weil wir denken, dass das nett sein könnte, machen wir mit.

Wir sind nicht die einzigen!

Wir fahren durch eine kleine Höhle...

... und landen in einer Insel.

Wir fahren wieder durch eine Höhle.

Die Landschaft ist einfach unglaublich schön, mit großen und kleinen Inseln. Die meisten sind grün bewachsen und die Hänge fallen steil ab ins Wasser.

Wir setzen unsere Fahrt mit dem großen Schiff fort. Anne darf selbst ans Ruder!

Auch Samuel darf Kapitän spielen.

Wir genießen die wunderbare Großartigkeit der Schöpfung.

Manche Felsen haben Namen. Diese hier heißen "Die Küssenden".

Wenn man hier genau hinschaut, kann man auf der rechten Seite das Gesicht eines alten Mannes erkennen.

Wir machen Halt an einer Insel, wo wir uns eine Tropfsteinhöhle ansehen. Die Höhle ist sehr farbenfroh beleuchtet.

Draußen begrüßt uns wieder die Sonne.

Auf dem Weg zu unserem Schiff kommen wir an einer anderen großen Höhle vorbei, die mit Schriftzeichen übersäht ist.

Das Schiff macht sich auf den Rückweg zum Hafen. Wir können die Farbvielfalt des Sonnenuntergangs, der die Landschaft in mystisches Licht taucht, bewundern.

  30.10.13 13:13:45, von Chrissi   , 357 Wörter, Kategorien: Lars, Christiane, Anne, Besuch, Ausflug, Samuel ,

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