Die Hochzeitsfeier

Für die Hochzeit haben wir uns schon morgens früh fein gemacht. Wir, also die Familie des Bräutigams, treffen uns im Foyer unseres Hotels, um gemeinsam zu dem Haus von Linhs Eltern zu gehen.

Die Blumen sind auch schon besorgt.

Samuel hat "schicke Haare".

Bei Linhs Eltern trinken wir Tee und warten auf die Braut.

Zuerst wird noch der Großmutter die Ehre erwiesen.

Weil beim Kennenlerntag nicht alle Fotos zur Zufriedenheit gemacht wurden, werden heute wieder unzählige Gruppenbilder gemacht.

Danach gehen wir zum Hotel zurück, wo ein Saal zum Feiern hergerichtet ist. Linh meinte, sie sei wohl die erste und einzige Braut, die je in voller Montur durch Hanoi gelaufen ist.

Im Hotel werden noch einmal Bilder gemacht.

Die ersten Gäste treffen ein. Beide Elternpaare und das Brautpaar begrüßen jeden Gast.

Anstatt Gästebuch hat Karoline einen Baum gemalt, an den jetzt jeder Gast einen Finger als Blatt stempelt.

Wir werden an unseren Tisch geführt. Dort sitzen wir ein bisschen ratlos herum, weil wir nichts verstehen und so gut wie nichts über den Ablauf heute wissen.

Der Saal füllt sich und Essen wird aufgetischt.

Als alle Gäste eingetroffen sind kommt ein Moderator auf die Bühne und kündigt vermutlich das Brautpaar an.

Zu den Klängen des berühmten Hochzeitsmarsches ziehen Matthias und Linh in den Saal ein. Vorneweg geht Anne, die das Kissen mit den Ringen trägt. Danach kommen erst die Mütter und dann die Väter in den Saal.

Anne überreicht die Ringe.

Auf Kommando des Moderators werden die Ringe getauscht. Anschließend wird die Luftballongirlande im Hintergrund schnell durch mit Nägeln gespickte Ringe gezogen. Das macht einen Höllenlärm und Samuel bricht in Tränen aus.

Papa muss eine Rede halten.

Weil Matthias und Linh keine Hochzeitstorte zum Anschneiden haben wird ein Sektbrunnen gefüllt.

Mit den gefüllten Gläsern gehen die Elternpaare und das Hochtzeitspaar nun zu jedem Tisch im Saal und stoßen mit jedem Gast an. Zum Trinken kommen sie da glücklicherweise nicht, das wäre bei vierhundert Gästen fatal. Als sie jedem zugeprostet haben gehen die ersten Gäste schon wieder nach Hause. Die sechs stellen sich wieder an den Eingang und verabschieden jeden Gast.

Auf dem Land ist es wohl so, dass dort mehrere Tage gefeiert wird, aber in der Stadt ist eine Hochzeitsfeier mehr oder weniger ein teures Mittagessen. Die Gäste kommen in den unterschiedlichsten Garderoben. Manche haben sich richtig zurechtgemacht, kommen im Abendkleid oder in traditionellen vietamesischen Kleid, wieder andere in Straßenkleidung, aber es kamen auch ein paar in orangefarbenen Overalls, die hinterher sicher wieder arbeiten gegangen sind. Die Feier ist reines Prestige und für uns Europäer sehr befremdlich. Uns fehlte so ein bisschen das Feiern, wir hingen irgendwie in der Luft. Kein Tanz, kein Smalltalk, es gab einfach nur Essen und dann war das Fest vorbei.

Die Kinder mussten treotzdem erstmal ihre Eindrücke verarbeiten.

Wir sind dann nachmittags noch ausgegangen, um Milkshakes zu trinken und zumindest ein bisschen noch zu feiern.

Abends haben wir dann mit Linhs Verwandten und Eltern die Reste vom Mittag gegessen.

Lars' Anzüge sind tatsächlich angekommen. Leider müssen sie noch gereinigt werden, sonst hätte er heute schon einen davon anziehen können!

  29.10.13 21:01:22, von Chrissi   , 554 Wörter, Kategorien: Lars, Christiane, Anne, Besuch, Ausflug, Samuel ,

Der Schwert-Zurück-See

Anfang des 15. Jahrhunderts, während der chinesischen Besatzung, übergab der Sage nach eine riesige, im See lebende, goldene Schildkröte dem armen Fischer Le Loi (vietnames. Lê Lợi) ein magisches Schwert, welches ihn unbesiegbar machte. Er benutzte das Zauberschwert, um in einem erbitterten Kampf (1418–1428) die Truppen der Ming-Dynastie vernichtend zu schlagen, und wurde im Jahre 1428 König. Nach der Siegesparade begab sich der junge König zum See, um den Göttern zu danken. Da tauchte die goldene Schildkröte erneut auf und forderte das Schwert zurück. Bevor Le Loi sich entscheiden konnte, löste sich plötzlich das Schwert aus der Scheide, stieg zum Himmel empor und verwandelte sich in einen großen jadefarbenen Drachen, der über dem See schwebte und dann in die Tiefe stürzte. (Quelle: Wikipedia)

Da dieser See ein bisschen zu weit vom Hotel weg liegt als dass wir hin und zurück zu Fuss hätten gehen können, fahren wir mit dem Bus.

Wir haben Glück. Es fahren nicht so viele Leute mit, so dass wir alle Sitzplätze bekommen.

Die berühmte rote Bogen der Huc-Brücke (Sonnenbrücke) zum Ngoc Son Tempel (Jadebergtempel) ist schon weithin sichtbar.

Wir sehen uns den Tempel an. Samuel hält derweil Siesta.

Da viele Touristen den Tempel besuchen, mit Schuhen durch die Räume laufen und die Atmosphäre stören, habe ich keine Skrupel, im Inneren zu fotografieren. Auch wenn die Ruhe fehlt, gibt es doch noch einen Rest der Stimmung eines Tempels. Es richt nach Räucherstäbchen, auf den Altären liegen Opfergaben, die Gebetsglocke klingt.

Eine Beterin gibt es dann doch, aber die lässt sich von dem Trubel nicht stören.

In diesem Ofen wird extra dafür gedrucktes falsches Papiergeld verbrannt.

Diese Schildkröte wurde 1968 im See gefunden und ausgestopft.

Dies ist der Thap Rua, der Schildkrötenturm, den Le Loi auf einer kleinen Insel im See errichtet hat.

Der See ist auch eine gerne verwendete Kulisse für Hochzeitsfotos.

Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir an einer Fahrradwerkstatt...

... und einem Friseurgeschäft vorbei.

Hier kommt ein paar mal am Tag der Zug der Nord-Süd-Verbindung durch.

Eigentlich wollten wir uns noch die Universität anschauen, aber es ist Abschlusszeit der Studenten und es wimmelt von Mädchen und Jungen, die Fotos machen und feiern. So verschieben wir die Besichtigung auf später.

  28.10.13 14:01:28, von Chrissi   , 399 Wörter, Kategorien: Lars, Christiane, Anne, Besuch, Ausflug, Samuel ,

Hanoi

Wir machen uns heute auf eigene Faust auf durch Hanoi. Unser erstes Ziel ist der Markt, der um die Ecke von Linhs Eltern ist. Hier bekommt man wirklich alles. Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Kleidung, Haushaltsgeräte, was das Herz begehrt.

Das hier ist die Markthalle. Es herrscht geordnetes Chaos und die Einheimischen fahren sogar in den Markthallen mit ihren Rollern.

Das hier ist der Laden, in dem unsere Kleider für den Kennenlerntag gefertigt wurden. Davor ist ein kleines Straßenrestaurant, in dem eine Frau gedämpfte Reispfannkuchen verkauft.

Fisch und Fleisch; man darf einfach nicht darüber nachdenken, dass nichts in der Kühlung liegt. Irgendwie scheint das auch kein Problem zu sein, denn wir haben die ganze Zeit keinerlei Magen-Darm-Probleme gehabt.

Hier gibt es Obst, von dem wir nicht einmal geahnt haben, dass es diese Formen, Farben und Geschmacksrichtungen gibt.

In den Gassen herrscht buntes Treiben, und ab und an hupt ein Roller von hinten.

In diesem Laden gibt es Opfergaben, die an Ahnenschreinen geopfert werden. Meist sind das Alltagsgegenstände, die aus Papier nachgebildet wurden.

Auf unserem Weg kommen wir auch an der Cua Bac Kirche vorbei. Diese wird gerade saniert und so kommen wir in den Genuss, ein Bambusgerüst aus nächster Nähe ansehen zu können.

Wie die meisten Kirchen in Vietnam ist dies auch eine katholische.

Dieser alte Mann, der recht originell aussieht, hat Samuel Geld zugesteckt, was uns sehr unagenehm und peinlich war. Long hat uns später erzählt, dass es in Vietnam Brauch ist, an Neujahr kleinen Kinder Geld zu geben, weil das Glück bringen soll.

Baulückenschließung auf Vietnamesisch.

Unser letztes Ziel heute ist die Tran Quoc Pagode im Westsee.

Der Tempel ist noch nicht von Touristen überlaufen und hat seine Atmosphäre bewahrt. Es riecht nach Räucherstäbchen und man hört die Beter murmeln.

Es herrscht Ruhe, da sich die wenigen Touristen, die sich hierher verirrt haben, nicht trauen, laut zu sein.

Die Kinder haben eine Kröte gefunden.

  27.10.13 12:50:20, von Chrissi   , 337 Wörter, Kategorien: Lars, Christiane, Anne, Besuch, Ausflug, Samuel ,

Der Kaiserpalast

Heute ist der Tag, an dem wir zurück nach Hanoi fliegen wollen. Der Regen hat nachgelassen, bis zu unserem Abflug ist noch Zeit. Wir vertreiben uns die Zeit bis unser Taxi kommt, dass uns zum Kaiserpalast bringen soll. Den wollen wir uns unbedingt noch ansehen.

Am Palast wird viel restauriert und nach altem Vorbild neu gebaut. In kommunistischer Zeit ist der Palast verrottet, jetzt wird er als Touristenziel wieder hergerichtet.

Im Thronsaal steht ein goldener Thron auf einem Podest, das von einem reich geschmückten goldenen Baldachin überdacht wird. Leider ist Fotografieren verboten.

Das Gelände ist riesig und wirklich beeindruckend. Viele kleine und große Palastgebäude sind mit viel Liebe zum Detail wieder hergerichtet worden. Das Klima ist aber nicht so günstig für Bauten an sich, es ist viel zu feucht, so dass sich nach wenigen Jahren schon wieder Algen an den Mauern bilden.

Einige Räume wurden zu Ausstellungsräume umfunktioniert. Man erfährt viel über die Geschichte des Palastes, kann sich dort auch alte Bilder ansehen (Fotografieren verboten). Es werden alte Schriftstücke gezeigt (Fotografieren verboten), und es sind Kleider der Kaiser ausgestellt.

Es gibt viel Grün auf dem Gelände.

Kunstvoll geschnittene Buchsbäume...

Im Hintergrund ist der Tennisplatz des letzten, sehr westlich orientierten Kaisers zu sehen.

An einigen Stellen wurde wohl beschlossen, die Gebäude nicht wieder aufzubauen. Es stehen nur noch die Grundmauern und man findet hier und da noch alte Bodenfliesen.

Leider zieht der Palast auch Nepper und Betrüger an. Auf dem Weg von und zum Parkplatz muss man höllisch auf seine Wertsachen aufpassen, und man sollte bloß nicht auf den guten alten Geldtauschtrick reinfallen. Am besten einfach zu allem "NEIN" sagen.

Auf dem Weg zu Flughafen halten wir noch an einem Restaurant, das Long empfohlen hat. Erst denken wir, dass es ein Touristen-Restaurant ist, weil es so sehr typisch asiatisch eingerichtet ist, aber Linh meinte, dass der Geschmack der Speisen eher nicht auf westliche Zungen abgestimmt ist. Ausserdem füllt sich das Lokal bald mit Einheimischen. Wir haben so viel Essen auf dem Tisch, dass wir vieles einpacken, damit wir es nicht zurückgeben müssen.

  26.10.13 21:57:09, von Chrissi   , 361 Wörter, Kategorien: Lars, Christiane, Anne, Besuch, Ausflug, Samuel ,

Regen, Regen, Regen

Es regenet in Strömen und wir sind auf dem Weg nach Hue, der alten Kaiserstadt. Der Regen macht das Land recht triest und schmutzig. Die Straße führt uns durch kleine Dörfer. Wir sehen Tempel...

... und Häuschen.

Wir fahren durch einen sehr langen Tunnel, den Hai-Van-Tunnel. Anfangs habe ich ein bisschen Bedenken, weil er über sechs Kilometer lang ist, und wir mittlerweile recht vertraut sind mit der asiatischen Bauweise, aber im Tunnel verlieren sich die Bedenken ziemlich schnell. Der Tunnel ist bestimmt wesentlich sicherer als so mancher italienische Tunnel, es gibt ausgeschilderte Fluchtwege, Rettungsräume, Nothaltebuchten alle paar hundert Meter, wirklich nicht übel.

Autofahrten in Vietnam sind Geduldssache. Meistens sind die Entfernungen gar nicht so groß, aber auf den meisten Straßen herrscht ein striktes Tempolimit, oft sogar nur 60 km/h, dessen Einhaltung streng überwacht wird. Und die Strafen sind drakonisch, können leicht mal einen halben Monatslohn betragen. So ziehen sich die Strecken wie Kaugummi in die Länge.

In Hue schüttet es immer noch, so dass wir den Rest des Tages im Hotel verbringen, da wir schon nach wenigen Schritten im Regen pitschnass sind.

Das Hotel ist hat einen typisch vietnamesischen Schnitt: schmal und hoch. Nach dem Abenteuerfrühstück der letzten Tage hoffen wir auf ein westliches Früchstück morgen.

Für abends haben wir ein echtes Touristenprogramm gebucht: Essen auf einem Drachenschiff. Diese fahren auf dem Huong Giang, dem Parfümfluss.

Während unsere Gaumen mit lokalen Spezialitäten verwöhnt werden...

... werden unsere Augen und Ohren mit vietnamesischer Tradition beeindruckt.

Diese farbenfroh gekleideten jungen Damen singen für uns alte vietnamesische Lieder.

Begleitet werden sie von Musikern auf traditionellen Instrumenten, hier ein Dan bao.

Später lassen wir Wunschlaternen schwimmen.

Die Lampions treiben langsam auf dem Fluss von uns weg.

  25.10.13 20:56:57, von Chrissi   , 301 Wörter, Kategorien: Lars, Christiane, Anne, Besuch, Ausflug, Samuel ,

<< 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 ... 52 >>